Design Thinking & New Work: Flexibel & agil für die Nutzer:innen planen

Nachhaltigkeit
Erstellt: 10.03.24 Aktualisiert: 08.03.26 Lesezeit: 9 Minuten
Ein in blauen Tönen gehaltenes Wohnzimmer, mit passenden blauen Vorhängen, gestaltet im Stil des Beton-Brutalismus, der eine kräftige und rohe Ästhetik ausstrahlt.

Auf einen Blick

  • Design Thinking & Human-centered Design stellen den Menschen in den Mittelpunkt aller Planungsprozesse und liefern iterativ optimierte, nutzerzentrierte Lösungen für komplexe Herausforderungen in Architektur und Innenraumgestaltung.
  • Ganzheitliche Innenraumqualität wird zum Schlüsselfaktor: Licht, Akustik, Farbe, nachhaltige Materialien und flexible Raumkonzepte bestimmen Wohlbefinden und Produktivität, denn wir verbringen rund 90 % unserer Zeit in geschlossenen Räumen.
  • New Work erfordert agile, identitätsstiftende Arbeitswelten. Statt Schreibtisch-Galerien braucht es inspirierende Orte der Begegnung, die analoge Präsenz und digitale Flexibilität smart kombinieren.
  • Das Berliner Architekturbüro kinzo zeigt mit Projekten wie Suhrkamp, Uhlmann und DisCo, wie mutige Gestaltung, Farbkonzepte und modulare Lösungen New Work in die Praxis übersetzen.
Inhaltsverzeichnis

    Effizienz, messbare Ergebnisse und Kosten-Nutzen-Maximierung lassen sich mit den wahren Bedürfnissen der Nutzer:innen nur selten vereinbaren. Der Ansatz des Human-centered – oder zu deutsch “menschzentrierten“ – Designs stellt in diesem Zusammenhang eine zukunftsweisende und interaktive Herangehensweise an die generelle Problemlösung dar. Menschliche Perspektiven spielen dabei eine ebenso große Rolle wie Prozesse. Gerade bei der Gestaltung von Innenräumen oder der Konzeption von Arbeitswelten werden HCD und Design Thinking auf mittelfristige Sicht das Maß aller Dinge sein. Denken wir.

    Um in Zukunft flexibel und agil auf sich verändernde Situationen reagieren zu können, benötigen wir in der Planung dringend System, die nützlich und nutzerfreundlich zugleich sind.

    Sind Human-centered design (HCD) und Design Thinking nicht dasselbe?

    Ja und nein. Beiden Ansätzen gemein ist,

    • dass stets der Mensch den Mittelpunkt aller kreativen Prozesse darstellt,
    • die iterative Vorgehensweise mit dem Ziel, ein optimales Ergebnis zu erreichen,
    • die eingehende Analyse der Ausgangssituation,
    • das Kennenlernen der Nutzer:innen,
    • die Entwicklung von Prototypen.

    Den Unterschied macht vor allem die Zielsetzung aus. Denn während mithilfe des HCD eine hohe Usability und User Experience gewährleistet werden soll, zielt Design Thinking auf das Entwickeln innovativer und kreativer Lösungen für komplexe Probleme ab, die die Bedürfnisse der Nutzer befriedigen, technisch machbar und wirtschaftlich sind. Außerdem arbeitet Design Thinking mit multidisziplinären Teams und ist damit viel breiter aufgestellt, als HCD.

    Design Thinking als Strategie

    Um in Zukunft flexibel und agil auf sich verändernde Situationen reagieren zu können, benötigen wir in der Planung dringend System, die nützlich und nutzerfreundlich zugleich sind. Hinter dem Stichwort “Usability” verbirgt sich letztlich nichts anderes, als das Bestreben,

    • das menschliche Wohlbefinden,
    • die Effizienz,
    • die Benutzerzufriedenheit,
    • die Zugänglichkeit
    • und die Nachhaltigkeit

    auf lange Sicht zu verbessern und damit mögliche negative Auswirkungen, die aus der Nutzung resultieren, von vornherein zu vermeiden.

    out of the box | Suhrkamp, Berlin von kinzo • Foto: Sebastian Dörken

    Die Hintergründe

    Die Idee des Human-centered Designs ist dabei keine neue Erfindung. Erste dahingehende Überlegungen reichen bis in das Jahr 1958 zurück. Damals schlug ein gewisser Professor John E. Arnold (Stanford University) vor, dass das technische Design auf den Menschen ausgerichtet sein sollte. Beflügelt von den bewusstseinserweiternden Umständen der 60er Jahre setzte er mit seinem kreativen Konzept des Design Thinking an der Schnittstelle so unterschiedlicher Fachgebiete wie Technik, Psychologie, Anthropologie und Kunst an. Und begründete damit eine Geisteshaltung, die heute aktueller zu sein scheint, als je zuvor.

    Die Herangehensweise

    Wie aber lässt sich Design Thinking in die alltäglichen Abläufe von Planungsbüros und Kreativen zielführend implementieren? Wie wird aus der Theorie in der Praxis konkret Anwendbares? Und warum sollten wir überhaupt über die Möglichkeiten dieser Strategie nachdenken?

    Weil es um die aktive Lösung von Problemen geht, anstelle diese lediglich fein säuberlich in einem Excel-Sheet zu dokumentieren, abzuspeichern und anschließend weiterzumachen wie bisher. Wie es stattdessen funktionieren kann:

    Schritt 1

    Die Ausgangslage wird von allen Seiten betrachtet, aus verschiedenen Perspektiven analysiert und in Hinblick auf Nutzung und Nutzer:innen evaluiert. Dabei helfen neben Kreativität auch Offenheit und Unvoreingenommenheit sowie die Fähigkeit loszulassen.

    Schritt 2

    Es folgt der Prozess des ungefilterten Brainstormings, die Modellierung und Prototypisierung. Der Mensch bleibt dabei stets der Mittelpunkt aller Bemühungen. Technik dient nur als Mittel zum Zweck. Das heißt allerdings nicht, dass moderne Mittel in diesem Zusammenhang keine Rolle spielen (dürfen).

    Schritt 3

    Nach erfolgreicher Umsetzung werden Systeme laufend methodisch gemessen und bewertet, um anhand des Nutzer:innen-Feedbacks gegebenenfalls Justierungen vornehmen und Lösungen laufend optimieren zu können. Oder um es mit weniger Worten zu sagen: der Weg ist das Ziel.

    Wege, Innenräume nachhaltig zu gestalten

    Im Kontext von Design Thinking gewinnt auch die Gestaltung unserer Innenräume zunehmend an Bedeutung. Eine Vielzahl an Faktoren bestimmt dabei, wohin die Trends und Tendenzen der kommenden Jahre gehen:

    • Wohlfühlfaktor: Räume mit Qualität – Licht, Akustik und Farbe ganzheitlich gedacht
    • Nachhaltigkeit: recycelte oder recycelbare Materialien aus regionalen Quellen
    • Flexibilität: Räume, die sich mit den Bedürfnissen der Nutzer:innen wandeln können
    • Individualität: alles andere als von der Stange
    • Sicherheit: Rückzugsorte, die gleichermaßen Privatsphäre und Kontrolle bieten
    • Gesundheit: Materialien frei von gesundheitsschädlichen Zusatzstoffen

    Erschreckend, aber Statistiken lügen ja bekanntlich nie: wir verbringen rund 90 Prozent unserer Zeit in geschlossenen Räumen. Klar, dass die architektonische wie gestalterische Qualität in diesem Zusammenhang von maßgeblicher Bedeutung für unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit ist. Architekt:innen werden damit heute wieder zu echten Generalisten – wie es vor hundert Jahren noch gang und gäbe war: neben fundierten Kenntnissen der Akustik- und Lichtplanung heißt es, sich auch mit den neuesten Möbel- und Materialtrends zu befassen und technische Innovationen mitzuverfolgen. Ganzheitliche Gestaltung lautet das Motto – für die Nutzer:innen und unsere Zukunft, nicht das Prestige.

    3 Fragen an Chris Middleton von kinzo

    Das Architekturbüro kinzo wurde 2005 von Karim El-Ishmawi, Martin Jacobs und Chris Middleton in Berlin gegründet. Ein Fokus des international erfolgreichen Teams liegt auf der innovativen Gestaltung von Arbeitswelten an der Schnittstelle zu Innenarchitektur und Design.

    Werden wir in Zukunft nur noch in virtuellen Parallelwelten arbeiten?

    Ja und nein: einen echten Ort der Begegnung braucht es dabei immer – auch in hybriden Arbeitsmodellen. Informelle und ungeplante Gespräche funktionieren nur gut in Präsenz, gleiches gilt für kreative Prozesse und den agilen und spontanen Austausch. Aber auch im Onboarding neuer Kolleg:innen oder dem Lernen voneinander ist der analoge Ort dem virtuellen Raum deutlich überlegen.

    Wie sollen unsere analogen Arbeitsumgebungen dann aussehen?

    Diesen Ort entsprechend funktional, aber vor allem inspirierend zu gestalten, ist wichtiger denn je. Die Galeere an Schreibtischen im Büro hat ausgedient, vielmehr geht es um individuelle und identitätsstiftende Orte der Begegnung, wo ein professionelles Arbeiten in all seinen Facetten besser möglich ist als im Home Office.

    New Work in a Nutshell?

    Es geht um mehr Qualität und weniger Quantität. Mobiles Arbeiten, Home Office und Workation funktionieren als flexible Ergänzungen. So kann New Work verbinden und begeistern.

    Chris Middleton, Gründer und Geschäftsführer des Architekturbüros kinzo

    New Work: so arbeiten wir morgen

    Unsere Arbeitswelt vollzieht nicht erst seit Corona einen stetigen Wandel. Retortenartige, abgekapselte Einzelzellen sind mittlerweile standardmäßig von luftigen Großraumbüros – dem Open Office – abgelöst worden. Ob hippe Spielwiese mit Rutsche, Kicker und eigener Bar oder seriös gestalteter Designtempel – aus räumlicher Sicht spielen nicht nur eine geschickte Zonierung und eine ausgewogene Durchmischung der Arbeitsbereiche (vom Think Tank bis zur Pantry) eine tragende Rolle – auch Akustik, Licht, Materialien und Farben tragen zu einer Erhöhung des Wohlfühl- und Produktivitätsfaktors maßgeblich bei.

    Der Pandemie-Turbo hat unerwartet alle Büroarbeit in die New Work Ära katapultiert. Zumindest die digitale Kommunikation ist inzwischen allgegenwärtig. New Work ist vor allem agiles und vernetztes, aber auch aktives und selbstbestimmtes Arbeiten. Dank mobiler Tools können analoge und digitale Arbeitsweisen smart und immer intuitiver kombiniert werden. — Chris Middleton (kinzo)

    Die Top 10 Themen des New Work

    01 → Bedürfnisse verstehen

    Wofür steht ein Unternehmen, wo liegen die USPs, wie wird gearbeitet und was braucht das Team, um harmonisch und effektiv kollaborieren zu können?

    02 → Flexibilität

    Wie lässt es sich mobil arbeiten?

    03 → Raum für offene Ideen

    Wie werden Visionen zur Realität?

    04 → Kommunikation

    Wie bringt man das Team an einen Tisch?

    05 → Agilität

    Wie gelingt es, proaktiv, antizipativ und initiativ zu agieren, um notwendige Veränderungen herbeizuführen?

    06 → Partizipation

    Wie können Mitarbeiter:innen in die Prozesse eingebunden werden?

    07 → Nachhaltigkeit

    Wie müssen Arbeitsumgebungen gestaltet sein, um sinnstiftendes Handeln zu ermöglichen?

    08 → Material

    Wie lassen sich Räume “gesund” gestalten?

    09 → Wohlfühlfaktor

    Wie können Licht, Akustik, Klima und Farbe die Produktivität beeinflussen?

    10 → Innovation

    Wie schaffen wir es heute für morgen zu planen und motivierende Arbeitsumgebungen zu denken?

    3 spannende kinzo-Projekte

    Suhrkamp Verlag

    Suhrkamp Verlag: Berlin | 2019 | kinzo & Bundschuh
    • Gesucht: Ein Raumkonzept, das die Identität des Auftraggebers widerspiegelt.
    • Gefunden: Ein Maßanzug, schlicht und elegant: irgendwo zwischen Fast Fashion und Haute Couture. Nur cooler.
    • Die Erkenntnis: Auch eine kostengünstige Lösung kann – bei smarter und kreativer Umsetzung – ein raumübergreifendes Arbeiten mit Kommunikation auf Augenhöhe verbinden.
    Bibliothek mit Ausblick | Suhrkamp Verlag, Berlin • Foto: Schnepp Renou & Sebastian Dörken
    Farbe und Material neu gedacht | Suhrkamp Verlag, Berlin • Foto: Schnepp Renou & Sebastian Dörken
    Multifunktionale Raumtrenner | Suhrkamp Verlag, Berlin • Foto: Schnepp Renou & Sebastian Dörken

    Uhlmann Office Building

    Uhlmann (Laupheim) | 2020 | kinzo & Barkow Leibinger
    • Gesucht: Platz für rund 300 Arbeitsplätze. Aber lässig.
    • Gefunden: Eine Arbeitswelt, die von spielerischen Formen und kräftigen Farbakzenten geprägt ist.
    • Die Erkenntnis: Mut zum Spiel mit Farben und Formen zahlt sich aus.
    Wenn Office und Living verschwimmen | Uhlmann Office Building • Foto: Philip Kottlorz
    Die Wirkung von Farben | Uhlmann Office Building • Foto: Philip Kottlorz
    Pick your place | Uhlmann Office Building • Foto: Philip Kottlorz
    Im Mittelpunkt: die Kommunikation | Uhlmann Office Building • Foto: Philip Kottlorz

    DisCo

    DisCo | Industriedesign | 2020 | kinzo & Lisa Wolf
    • Gesucht: Ein ‚First-Aid-Kit‘, das Arbeiten auf Distanz vor Ort möglich macht.
    • Gefunden: DisCo „DistantCommunity“ – transparent, mobil und schnell aufgestellt.
    • Die Erkenntnis: DisCo war nicht nur eine temporäre Notwendigkeit während Corona, das Element ist auch eine langfristig sinnvolle Ergänzung der Arbeitswelt mit Ausbaupotenzial.
    Auf Distanz | DisCo • Foto: Sebastian Dörken & Josse Freund
    Chris Middleton und Karim El-Ishmawi | DisCo • Foto: Sebastian Dörken & Josse Freund
    DisCo • Foto: Sebastian Dörken & Josse Freund

    Weiterführende Links

    Mit Blick über den eigenen Tellerrand hinaus, lohnt es sich immer, auch angrenzende Themenfelder als Informationsquellen nicht außer Acht zu lassen. Einige Tipps aus unserer Redaktion zum Weiterlesen, Vertiefen oder Reinhören:

    • Das zukunftsInstitut forscht für die Entwicklung von Menschen und Organisationen und hat in diesem Zusammenhang 12 Megatrends definiert – einer davon: New Work. In eigenen Dossiers, wie diesem zum Thema Unternehmenskultur, blicken die Zukunftsforscher:innen gezielt noch etwas tiefer.
    • Der Büromöbelhersteller Wilkhahn hat mit dem „Human Centered Workplace“ ein Konzept für die Planung von Büros entwickelt, das den globalen Megatrends Nachhaltigkeit, Gesundheit und Digitalisierung Rechnung trägt – mehr dazu im Whitepaper zum Download.
    • Wer etwas Handfestes sucht, dem sei zum Thema Human-centered Design das gleichnamige Fachbuch des Autors Martin Ludwig Hofmann ans Herz gelegt. Finden wir interessant, weil es ein studierter Soziologe, Politikwissenschaftler und Absolvent der Betriebswirtschaftslehre, der zudem Humanwissenschaften im Kontext der Gestaltung an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe lehrt, einfach wissen muss.
    • Nachdem ein Podcast in dieser Trilogie an Informationskanälen keinesfalls fehlen darf, hier unser Tipp zum Reinhören: GERSTBACH.AT. Die Unternehmensberater verstehen sich als Forscher, Mutmacher und Vordenker. Ihr Ansatz: Design Thinking steht für einen Prozess des Zuhörens, Verstehens und Verbindens.

    Hinweis: Dieser Artikel wurde ursprünglich auf unserer ehemaligen Suchmaschine für Architektur-Fortbildungen (architekturfortbildung.de) veröffentlicht.

    Häufige Fragen zum Artikel

    Wie lässt sich Design Thinking konkret in die Objektberatung von Bauprodukteherstellern integrieren?
    Der Schlüssel liegt darin, bereits in der frühen Leistungsphase gemeinsam mit Planer:innen und Nutzer:innen Bedarfsanalysen durchzuführen, statt fertige Produktlösungen zu präsentieren. Hersteller, die ihre Objektberater:innen in iterativen Workshop-Formaten schulen und Prototypen oder Materialmuster direkt vor Ort testen lassen, positionieren sich als echte Planungspartner:innen. Das verändert die Rolle im Projekt grundlegend: weg vom reinen Lieferanten, hin zur mitgestaltenden Instanz.
    Welche messbaren Kriterien helfen dabei, die Innenraumqualität im Sinne eines nutzerzentrierten Ansatzes zu bewerten?
    Etablierte Zertifizierungssysteme wie WELL Building Standard oder DGNB liefern konkrete Kennzahlen zu Raumluftqualität, Akustik, Lichtverhältnissen und thermischem Komfort. Ergänzend dazu lassen sich Post-Occupancy-Evaluationen (POE) einsetzen, bei denen Nutzer:innen nach Bezug systematisch befragt werden. Für Hersteller bietet das die Chance, Produkteigenschaften gezielt auf diese Bewertungskriterien auszurichten und das in der Objektkommunikation als Argument zu nutzen.
    Wie können Hersteller flexible und modulare Produktsysteme entwickeln, die den Anforderungen von New-Work-Konzepten gerecht werden?
    Entscheidend ist, Produkte nicht als statische Einzellösungen zu denken, sondern als kombinierbare Systembausteine, die unterschiedliche Nutzungsszenarien abbilden. Ein Akustikmodul sollte sich etwa ebenso als Raumteiler wie als Pinnwand oder Markenträger einsetzen lassen. Hersteller, die bei der Produktentwicklung frühzeitig Innenarchitekt:innen und Facility Manager:innen einbinden, erhalten praxisnahes Feedback und vermeiden kostspielige Fehlentwicklungen.
    Welche Rolle spielt Farbe als strategisches Gestaltungselement in nutzerzentrierten Arbeitswelten, und wie können Hersteller das für sich nutzen?
    Farbe beeinflusst nachweislich Konzentration, Stimmung und Orientierung im Raum und ist damit weit mehr als Dekoration. Projekte wie die von kinzo zeigen, dass mutige Farbkonzepte identitätsstiftend wirken und verschiedene Zonen funktional differenzieren. Hersteller, die eigene Farbwelten mit wissenschaftlich fundierter Beratung verknüpfen und Planer:innen kuratierte Farbsysteme statt endloser Farbfächer anbieten, schaffen echten Mehrwert in der Objektplanung.
    Wie lässt sich der Spagat zwischen Nachhaltigkeit und Flexibilität bei Materialien und Raumkonzepten in der Praxis lösen?
    Flexible Raumkonzepte bedeuten häufigere Umbauten, was zunächst im Widerspruch zu Ressourcenschonung steht. Die Lösung liegt in langlebigen, sortenrein trennbaren Produktsystemen, die sich demontieren, umkonfigurieren und am Ende des Lebenszyklus recyceln lassen. Cradle-to-Cradle-zertifizierte Materialien und Rücknahmesysteme der Hersteller sind hier konkrete Hebel, die gleichzeitig ein starkes Argument in der Kommunikation mit nachhaltigkeitsbewussten Planungsbüros liefern.